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1.2.2019:

Akustischer „Wildschweinschreck“ sorgt für Aufsehen


 

Ein neues Gerät zur Wildschwein-Vergrämung sorgt in einer Studie der Züricher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) für Aufsehen. Im Mittelpunkt dieser Studie steht ein österreichisches Gerät, das in Zusammenarbeit mit Schweizer Wissenschaftlern entwickelt wurde. Dabei wurden die Wildschweine mit Sender ausgestattet – die daraus gewonnenen GPS-Daten lieferten äußerst interessante Erkenntnisse.


 

 Die Schwarzwildpopulation hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen, enorme Schäden in der Landwirtschaft sind die Folge. Zur Vermeidung dieser Schäden wird meist auf Elektrozäune oder jagdliche Methoden zurückgegriffen – beides leider sehr zeit- und kostenintensiv. Akustische Methoden konnten bislang noch nicht überzeugen.

Die ZHAW hat nun das Gerät der österreichischen Firma Protectronic.at einem Langzeit-Test unterzogen und mit konventionellen Präventionsmethoden verglichen.

Dabei konnte der akustische Wildschweinschreck überzeugen. Zitat aus der Studie:

Mit dem Wildschweinschreck steht nun ein zusätzliches flexibles Instrument zur Vergrämung von Wildschweinen auf Landwirtschaftsflächen zur Verfügung. Die akustische Vergrämung eignet sich, um die kritischen Phasen unmittelbar nach der Aussaat sowie während der Milchreife von Mais und Weizen abzudecken.

Wildschwein Abwehr Gerät im Mais


 

Untermauert wurde die hervorragende Wirkung mit Bewegungsdaten von 36 mit GPS-Halsband ausgestatteten Wildschweinen: Nachfolgendes Beispiel zeigt ein Tier, das nach der Installation zweier Wildschweinschrecks langfristig mehr als 1000m Abstand hielt.

GPS Wildschwein flüchtet vor Wildschweinschreck
 

GPS Wegedaten eines Wildschweines vor/ nach Installation zweier RAPTOR-WLS Wildschweinschrecks. Auszug/Illustration aus der Studie der ZHAW, Satellitenbild: Google Earth.


 

Der Erfolg dieser Vergrämungs-Methode hängt mit seiner Wirkungsweise und der Sprache der Wildschweine zusammen: Wildschweine produzieren eine Vielzahl von Lauten, mit denen sie untereinander kommunizieren. Bei Gefahr stoßen sie Schreck-, Warn- und Alarmlaute aus.

Genau diese arteigenen Laute in Kombination mit anderen Schlüsselgeräuschen (die Gefahr bedeuten) werden beim RAPTOR "Wildschweinschreck" verwendet. Die Sounds treffen die Tiere direkt auf ihrer Instinkt-Ebene und zeigen daher auch langfristig ihre Wirkung.

Die Studie "Prävention von Wildschweinschäden in der Landwirtschaft und Management von Wildschweinen in Schutzgebieten" der ZHAW können Sie hier downloaden:

Link zur ZHAW



 

Pressemitteilung Wildschweinschreck ZHAW als PDF

Fotos:
RAPTOR Wildschweinschreck

GPS Wildschwein Illustration DE

Wildschweinschreck im Mais 1
 

Wildschweinschreck im Mais 2

Wildschweinschreck im Mais 3

Wildschweinschreck im Mais 4