Ultraschall Vogelabwehr - Mythos und Wahrheit

Frequenzen Vögel Wildtiere

Vor Markteinführung des RAPTORs haben wir ausgiebige Recherchen und Feldversuche zu den verschiedensten Methoden der phonoakustischen Vogelabwehr durchgeführt. Unser Fazit:
 

1) reine Ultraschall Vogelabwehr

Eine weit verbreitete Fehlmeinung ist, dass Vögel dieselbe akustische Wahrnehmung der Säugetiere hätten. In Wirklichkeit haben sie ein sehr unterschiedliches Gehör, sie besitzen nur einen Mittelohrknochen, die Columella, eine rel. kurze Schnecke und keine Ohrmuschel. Die würde auch beim Fliegen stören. Dadurch ist der wahrnehmbare Frequenzbereich der Vögel etwas geringer als beim Menschen und viel geringer als bei vielen Wildtieren.
Leider hält sich das Gerücht hartnäckig, daß Ultraschall die optimale Methode wäre, um Vögel fernzuhalten, aber Menschen nicht zu stören.
Eigene Praxis-versuche zeigten, dass Frequenzen ab 20kHz (wikipedia: Definition Ultraschall)  absolut keine Wirkung auf Vögel haben.

Dies deckt sich mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen: Vögel hören keinen Ultraschall !

Wissenschaftliche Arbeiten zum Thema:

What Can Birds Hear?
Robert C. Beason

Hearing Ranges of Laboratory Animals
Henry E Heffner* and Rickye S Heffner

HIGH FREQUENCY SOUND DEVICES LACK EFFICACY IN REPELLING BIRDS
William A. Erickson Rex E. Marsh Terrell P. Salmon


2) Mischbereich: Hochton 3kHz  bis unterer Ultraschall >20kHz

Am Markt befinden sich Geräte, die diesen Bereich nutzen und als "Ultraschall Vogelabwehr" bezeichnet werden.
Aus technischer Sicht ist dies irreführend:

  • der namensgebende Ultraschallanteil ist wirkungslos für Vögel, siehe (1)
  • der Hochtonbereich zeigt eine bescheidene Wirkung, allerdings:
    • akustische Reichweite aufgrund höherer Freifelddämpfung bei diesen Frequenzen gering
    • In diesen Frequenzbereich liegen keine reinen natürliche Schreckgeräusche. Man muss daher auf künstliche oder stark verfremdete Geräusche zurückgreifen.
    • Der Gewöhnungseffekt bei derartigen Geräuschen wäre sehr hoch.
    • Menschen können diesen Bereich besser wahrnehmen als Vögel, betreffend Lärmschutz ist das kontraproduktiv.
 

 

3) Akustisches Imitieren natürlicher Feinde im Frequenzbereich 300Hz-5kHz (Prinzip: RAPTOR)Greifvogel Schreie

Diese Methode zeigt ungleich bessere Performance. Auch Gewöhnungseffekte sind minimal, da die Tiere auf der Instinktebene angesprochen werden.
Die Nachteile dieser Methode, hoher Schallpegel im menschlichen Hörbereich konnte durch folgende Innovationen vermieden werden:

  • Verwendung natürlicher Geräusche
  • Einsatz von Lautsprechern mit ausgeprägter Richtwirkung
  • Bedarfssteuerung per Funk (RAPTOR remote)
  • Kombination Richtlautsprecher mit Schallschutzwänden um unerwünschte Beschallung zu vermeiden

elektronisch Vögel fernhalten


Ultraschall Wildabwehr
 


Einige Wildtiere (Säugetiere) können Ultraschall hören, daher haben wir diese Methode genauer getestet:
Leider gibt es auch bei der Wildtier-vergrämung mittels Ultraschall gravierende Nachteile:
  • Reichweite des Ultraschalls ist sehr gering, nicht geeignet für große Flächen
  • Im Ultraschallbereich liegen keine natürlichen Schreckgeräusche, man müsste mit syntetischen Sounds arbeiten. Diese Sounds fallen in die Kategorie "unbekannte Geräusche". Die Tiere fliehen anfangs, da ein unbekanntes Geräusch Gefahr bedeuten könnte. Wenn sie diese unbekannten Geräusche mehrmals hören, aber keine echte Gefahr damit in Verbindung steht, werden die Tiere diese als "sonderbar, aber harmlos" einstufen. In Wildschweineder Praxis spricht man von "Gewöhnungseffekt", d.h. die anfängliche Wirkung ist verloren gegangen.

Deshalb setzen wir auch bei der WIldabwehr auf natürliche Schreckgeräusche, die im sehr gut hörbaren Frequenzbereich liegen und die den Tieren eine "Schlüsselbotschaft" vermitteln. (RAPTOR Prinzip) Die Tiere fliehen nicht vor einem unbekannten, sonderbaren Geräusch, sondern von einem sehr bekannten, das Gefahr und Flucht bedeutet. Bei diesen instinktiven (bzw erlernten) Fluchtreaktionen ist wenig bis kein Gewöhnungseffekt zu erwarten. Falls doch, haben wir Methoden entwickelt, diesen wieder umzudrehen.